From Responsibility to Compassion – Lessons from the Controversy over “Comfort Women” in Japan –

Naoki Odanaka

Empfohlene Zitierweise: N. Odanaka, From Responsibility to Compassion – Lessons from the Controversy over “Comfort Women” in Japan –, in: ZJapanR / J.Japan.L. 31 (2011) 49–60.

Abstract


Dieser Aufsatz hat das Ziel, einige Lösungen zur Beantwortung einer wichtigen Frage über die Wahrnehmung von „Verantwortung“ zu erarbeiten, insbesondere, ob und (wenn ja) wie Menschen, die (an einem Geschehen, d. Red.) nicht direkt beteiligt waren, Verantwortung übernehmen können.
Zu diesem Zweck wird zunächst damit begonnen, die Kontroverse in Japan zu verfolgen und zu untersuchen, wie an die Vergangenheit des Krieges erinnert werden sollte, namentlich in Bezug auf die sogenannten „Trostfrauen“ (i’an-fu) im zweiten Sino-Japanischen Krieg (1937-1945). Die Teilnehmer jener Diskussion können und müssen anhand zweier sich kreuzender Achsen eingeordnet werden: „bejahend gegen kritisch“ in Bezug auf die japanische Vergangenheit und „Geschichtsschreibung gegen Geschichten“ in Bezug auf das Bild dieser Vergangenheit.
Darauffolgend werden einige Überlegungen über Verantwortung in der Geschichte angestellt, mit einem besonderen Fokus auf das Konzept der „Nachkriegsverantwortung“, wie es in der Kontroverse vorgestellt und diskutiert wurde. Dieser Aufsatz basiert auf der ursprünglichen Bedeutung von „Verantwortung“, also der Fähigkeit zur Reaktion“. Deren Vertreter behaupten, dass sogar diejenigen, die nicht direkt beteiligt waren, eine Verantwortung tragen, wenn sie von den Beteiligten angerufen werden, da sie fähig zur Reaktion sind. 
Schließlich wird versucht, dieser These zu mehr Akzeptanz im japanischen Volk zu verhelfen, indem sie von ihren belehrenden Untertönen befreit wird. Solche Irritationen werden von der Tatsache verursacht, dass die These der Nachkriegsverantwortung auf einem einseitigen, kollektiven und erinnerungsorientierten Verständnis der Verantwortung basiert. Deswegen wäre es notwenig, den Diskussionsrahmen von einer „verantwortungsbasierten, kollektiven Erinnerung“ hin zu einer „mitgefühlsbasierten, individuellen Geschichte“ zu verschieben, wenn man die Diskussion über Vergangenheit und Verantwortung (speziell der Nichtbeteiligten) produktiv machen möchte.

(Übers. d. Red.)


Volltext:

PDF