Japanese Bar Examination Questions and Student Preferences: Why Do More Students Choose Insolvency Law over Public International Law and Why Does It Matter?

Stacey Steele, Aya Haruyama

Empfohlene Zitierweise: S. Steele / A. Haruyama, Japanese Bar Examination Questions and Student Preferences: Why Do More Students Choose Insolvency Law over Public International Law and Why Does It Matter?, in: ZJapanR / J.Japan.L. 42 (2016) 1–29.

Abstract


Der Beitrag untersucht das japanische Staatsexamen (National Bar Examination) und die Gründe dafür, dass Kandidaten bestimmte Prüfungsfächer besonders häufig wählen, Völkerrecht aber besonders selten. Basierend auf der Übersetzung und Textanalyse zweier Aufgaben des Staatsexamens 2012 kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Form und Inhalt der Aufgaben sich nicht auffällig von möglichen Prüfungsfragen in anderen Ländern unterscheiden. Sie sind daher nicht treibende Kraft hinter der Auswahlentscheidung der Studenten. Vielmehr legen von Studenten verfasste Berichte nahe, dass rein praktische Überlegungen dazu führen, dass Fächer wie Insolvenzrecht dem Völkerrecht vorgezogen werden. Zu den Kriterien für die Wahl gehören das verfügbare Material zur Vorbereitung auf die Prüfung, die Ratschläge von Beteiligten wie etwa den Repetitoren (cram schools), die Erfolgsquoten der vergangenen Jahre sowie mögliche Auswirkungen auf die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Schlussfolgerung der Autoren verdeutlicht die Schwierigkeit, internationales Recht in den bereits jetzt überladenen Lehrplan zu integrieren, insbesondere in Anbetracht der höchst kompetitiven Natur des Staatsexamens. Die Ergebnisse verdeutlichen das Versagen der Reform der japanischen Juristenausbildung von 2004 in einem ihrer Kernpunkte: der Internationalisierung (kokusai-ka) und der Ausbildung von Juristen, welche sich im internationalen Wettbewerb behaupten können. Ein Mangel an Interesse und fehlende Kenntnisse auf dem Gebiet des Völkerrechts können sich allerdings auch auf die Einbeziehung internationalen Rechts im innerstaatlichen Kontext auswirken. Die Ergebnisse der Untersuchung passen zur Beobachtung eines schwindenden Interesses der japanischen Gesellschaft insgesamt an einer Internationalisierung, obwohl Teile der japanischen Regierung sie mit Nachdruck fördern. Der erfolglose Versuch, das Staatsexamen zu reformieren, und die hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Erfolgsquoten tragen in erheblichem Maße zum derzeitigen Zustand der Juristenausbildung bei. Der Beitrag schließt mit dem Vorschlag, den Inhalt der Prüfung grundlegend zu reformieren.

(Die Redaktion)



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