Reform in Late Occupation Japan. The 1950 Law for the Protection of Cultural Properties

Ioan Trifu

Empfohlene Zitierweise: I. Trifu, Reform in Late Occupation Japan. The 1950 Law for the Protection of Cultural Properties, in: ZJapanR / J.Japan.L. 43 (2017) 205–230.

Abstract


In Folge seiner Niederlage im Zweiten Weltkrieg fiel Japan Ende August 1945 unter die Kontrolle der Alliierten. Die Besatzung wurde rasch von dem Oberkommandierenden der Alliierten (Englisch: Supreme Commander for the Allied Powers, SCAP) kontrolliert, eine hauptsächlich von Amerikanern geführte Organisation. In der sieben Jahre andauernden Periode der durch die USA geleiteten ausländischen Verwaltung (1945–1952) erlebte Japan drastische Veränderungen. Einige wurden durch die Besatzungsmacht erzwungen, besonders in den Anfangsjahren, um ihr anfängliches Ziel – die Umwandlung Japans von einem Feindstaat in ein demokratisches, friedenliebendes Land – zu erreichen. Bei anderen Reformen wollte die japanische Regierung der neuen dominierenden Macht des SCAP zuvorkommen, um dieses unter geringstmöglichen politischen Kosten zufriedenzustellen. Dem Großteil der Reformen liegt jedoch eine auf den Wiederaufbau des zerstörten Landes zielende Zusammenarbeit der beiden Seiten zugrunde. Dabei nahmen die Beziehungen zwischen SCAP und der japanischen Seite eine Vielzahl von Formen an. Diese wurden insbesondere durch die plötzlichen Veränderungen in Ostasien ab 1948 beeinflusst, als es wichtiger denn je wurde, die politische und ökonomische Stärkung Japans voranzutreiben.

Während der Besatzungszeit sahen die USA Kultur als ein strategisches Mittel, um in Japan eine unterstützende Haltung gegenüber den Handlungen und Interessen der USA zu erzeugen. Im weiten Feld der Kulturpolitik erscheint der Schutz von Kulturgütern dabei als besonderer Fall. Trotz der massiven Schwierigkeiten durch die Folgen des Krieges und der harten Umstände der Besatzung wurde eine bedeutende Reform des japanischen Systems, nämlich der Schutz von Kulturgütern, 1950 verabschiedet, zwei Jahre vor Beendigung der Besatzung durch den Friedensvertrag von San Francisco von 1952. Zudem wurde die Reform weder durch SCAP noch durch die japanische Regierung initiiert oder gefördert; dies geschah durch die japanischen Parlaments­mitglieder, die über das Feuer entsetzt waren, das den Hōryū-ji wei­test­gehend zerstört hatte.

An der Schnittstelle von politischer Geschichte und Politikwissenschaft untersucht dieser Beitrag, wie der Schutz von Kulturgütern während der Besatzungszeit in Japan reformiert wurde. Nach einer Darstellung der kritischen Situation von Japans historischen Objekten und Gebäuden nach dem Krieg, wendet sich die Untersuchung der Zusammenarbeit von ameri­kanischer und japanischer Seite zu, die mitunter von Spannungen und Konflikten geprägt wurde. Anschließend behandelt der Beitrag die im Zuge des Gesetz­gebungs­verfahrens entstandenen Kompromisse und die durch das neue Gesetz getragenen Ziele. Der Autor argumentiert, dass, erleichtert durch den späten Zeitpunkt der Reform, das vielfache und stetige Zusammenwirken beider Seiten der Besatzung für das japanische Kulturgut der letztlich entscheidende Faktor für die Ausgestaltung des 1950 erlassenen Kulturgutschutzgesetzes gewesen sei.

(Die Redaktion)


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