From Information Overflow to Incapacitation – Comparing German and Japanese Consumer Protection

Christian Förster

Empfohlene Zitierweise: C. Förster, From Information Overflow to Incapacitation – Comparing German and Japanese Consumer Protection, in: ZJapanR / J.Japan.L. 27 (2009) 169–181.

Abstract


Risiken für Verbraucher haben viele Ursachen, an erster Stelle zu nennen sind gefährliche Güter und Produkte, Missverständnisse über Waren und Dienstleistungen sowie benachteiligende Vertragsbestimmungen. Die Position der Verbraucher in einer immer komplexer werdenden Marktsituation wird dadurch noch zusätzlich verschlechtert, dass ihre Marktmacht und ihr Organisationsgrad recht gering sind. Der Verbraucherschutz versucht daher auf verschiedene Art und Weise, diese Position zu verbessern. Ein Instrument, das vor allem in der vorvertraglichen Phase eingesetzt werden kann, ist Information. Durch Verbraucheraufklärung hofft man, die „Informationslücke“ zu schließen und kompetentes Entscheiden zu fördern. Um dieses Ziel zu erreichen, sind seit den sechziger Jahren viele Gesetze erlassen worden, allerdings fehlt es immer noch an einem Gesamtkonzept. Zudem dürfen einige kritische Aspekte nicht übersehen werden: Informationen werden zwar häufig verlangt, aber nur selten tatsächlich eingesetzt, die Informationsqualität lässt regelmäßig zu wünschen übrig, und Verbraucher leiden ohnehin bereits unter einem „Informationsüberfluss“. Schließlich hat man üblicherweise auch ein Verbraucherbild vor Augen, das kaum kohärent ist. Denn wirkliche „Verbrauchersouveränität“ erscheint fraglich, rationales Verhalten lässt sich kaum erkennen, während andererseits Verbraucher wie Kleinkinder behandelt werden und so verantwortungsloses Denken noch weiter verstärkt wird. Etwaige Lösungsvorschläge sind überwiegend praktischer Natur, beispielsweise sich darauf zu konzentrieren, Transaktionen zu erleichtern, die Menge von Informationen zu verringern und dabei gleichzeitig ihre Qualität zu erhöhen, indem man sie filtert und stärker individuell anpasst. Kombinationen mit breiter angelegten Maßnahmen auf der Makro-Ebene sind ebenfalls denkbar.


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