Japan’s Accession to the CISG: The Asia Factor

Hiroo Sono

Empfohlene Zitierweise: H. Sono, Japan’s Accession to the CISG: The Asia Factor, in: ZJapanR / J.Japan.L. 25 (2008) 195–205.

Abstract


Japan steht unmittelbar vor dem Beitritt zu dem UN-Übereinkommen über Verträge über den internationalen Warenkauf (CISG). Der Beitrag untersucht die Gründe, warum Japan dem CISG aus dem Jahre 1980 nicht früher, sondern erst jetzt beitritt. Anders als im Falle Großbritanniens, bei dem ernsthafte sachliche Bedenken gegen einen Beitritt bestanden, traf dies für Japan nicht zu. Ein erster Versuch, einen Beitritt in die Wege zu leiten, der im Jahr 1998 begann, wurde bereits 1993 wieder abgebrochen, und zwar vor allem aufgrund des seinerzeitigen dedizierten Desinteresses auf Seiten der japanischen Unternehmen.

Der wichtigste Grund für die jetzige Kursänderung ist der phänomenale Erfolg des CISG. Auch ohne einen formellen Beitritt Japans hat das CISG einen zunehmenden Einfluß auf das japanische Recht genommen. Zum einen wird die Interpretation des Zivilgesetzes zunehmend durch das CISG beeinflußt. Zum anderen hat die japanische Regierung damit begonnen, das Schuldrecht zu überarbeiten. Diese Entscheidung war direkt oder indirekt beeinflußt durch den Erfolg des CISG.

Aber auch auf Seiten der japanischen Geschäftswelt setzt sich allmählich die Erkenntnis durch, daß die Anwendung des CISG erhebliche Vorteile mit sich bringt. Dies geschieht vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung und des wachsenden asiatischen Marktes im besonderen (der „asiatische Faktor“). Diese Entwicklung läßt sich aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln beobachten: zum einen das rasche Wachstum des japanischen Handels mit China und anderen ostasiatischen Ländern, zum anderen die Zunahme von Entscheidungen, die das CISG anwenden und bei denen japanische Parteien involviert sind. Eine Analyse zehn einschlägiger Fälle zeigt, daß japanische Unternehmen sich freiwillig dem CISG unterwerfen oder auf der Grundlage desselben argumentieren. Dies gilt im Besonderen im Rechts- und Geschäftsverkehr mit China.

(dt. Übersetzung durch die Red.)


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