Legal Education in Japan, Germany and the United States: Recent Developments and Future Perspectives

Martin Kellner

Empfohlene Zitierweise: M. Kellner, Legal Education in Japan, Germany and the United States: Recent Developments and Future Perspectives, in: ZJapanR / J.Japan.L. 23 (2007) 195–205.

Abstract


Japanische Rechtsanwälte wurden in der Vergangenheit durch ein rigides Quotensystem, das den Zugang zum Anwaltsberuf regulierte, vor Konkurrenz geschützt. Die Quote wurde jedoch in den vergangenen Jahren den gesellschaftlichen Erfordernissen angepasst. Die Zahl der jährlich neu zugelassenen Anwälte ist hierdurch bedingt gestiegen und wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Die neuen Rahmenbedingungen lassen einen stärkeren Wettbewerb innerhalb der japanischen Anwaltschaft erwarten, und Studierende der neu eingerichteten Law Schools sollten sich beizeiten Gedanken machen, wie sie ihre beruflichen Perspektiven verbessern können. Hierbei kann ein Blick in das Ausland helfen. Rechtsanwälte in Deutschland und in den USA sehen sich bereits seit längerem einem starken Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Obgleich in Deutschland das Zweite Juristische Staatsexamen und in den USA das State Bar Exam die Qualifikation verleihen, als Rechtsanwalt zu praktizieren, garantieren beide Abschlüsse nicht, dass der junge Anwalt bzw. die junge Anwältin auch wirklich eine angemessene berufliche Tätigkeit ausüben wird.

Der Beitrag beschreibt zunächst die unterschiedlichen Wege der juristischen Ausbildung in Japan, Deutschland und den USA. Während in den USA das System der Law Schools seit den 1970er Jahren kaum verändert wurde, ist in Japan und Deutschland die Juristenausbildung modifiziert worden und wird auch weiterhin geändert werden. In Japan brachte die Reform des Jahres 2004 mit der Einführung des Law School- Systems nach US-amerikanischen Vorbild eine erhebliche Neuerung, und weitere Änderungen sind zu erwarten. Obgleich in Deutschland ebenfalls ein Reformbedarf nicht bestritten wird, sind die jüngsten Neuerungen eher moderat.

Der Beitrag untersucht weiterhin die anwaltliche Tätigkeit in den drei Ländern. Da mit einem stärkeren Wettbewerb unter den Absolventen der japanischen Law Schools zu rechnen ist, wird abschließend erörtert, wie junge deutsche Juristen versuchen, durch das Setzen von Ausbildungsschwerpunkten ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern


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