Delusions of Hostility: The Marginal Role of Hostile Takeovers in Japanese Corporate Governance Remains Unchanged

Dan W. Puchniak

Empfohlene Zitierweise: D. W. Puchniak, Delusions of Hostility: The Marginal Role of Hostile Takeovers in Japanese Corporate Governance Remains Unchanged, in: ZJapanR / J.Japan.L. 28 (2009) 89–121.

Abstract


Die meisten Unternehmensrechtler und Ökonomen mit einem Interesse an der Art und Weise, wie die Corporate Governance in Japan strukturiert ist, gehen davon aus, dass sich unvermeidlich (auch) in Japan ein Markt für Unternehmenskontrolle durch feindliche Übernahmen nach US-amerikanischen Vorbild entwickeln wird. Diese Annahme hat jüngst erneut Auftrieb erfahren, als eine Reihe prominenter Experten fragwürdige Vergleiche zwischen der von ihnen behaupteten Rolle, die feindliche Übernahmeversuche bei der Erholung der japanischen Wirtschaft zwischen 2002 und 2007 nach dem sog. „verlorenen Jahrzehnt“ gespielt haben sollen, und derjenigen, die feindlichen Übernahmen zweifelsfrei bei der wirtschaftlichen Restrukturierung in den USA gegen Ende der 1980er Jahre zukam, aufgestellt haben. In der einschlägigen Literatur ist durch die rätselhafte Fixierung auf die Vorhersage feindlicher Übernahmen für Japan und die schiefen Vergleiche, die zu deren Begründung herangezogen wurden, der falsche Eindruck erweckt worden, diese wären inzwischen zu einem wichtigen Instrument (auch) der japanischen Corporate Governance geworden. Das Gegenteil ist indes der Fall, diese spielen in Japan nach wie vor fast keine Rolle.

Der Beitrag versucht, die so entstandene Verfälschung zu korrigieren. Er deckt anhand von Fallstudien und empirischen Nachweisen die fundamentalen Irrtümer auf, die der vorstehend geschilderten Annahme zugrunde liegen. Als Ergebnis zeigt sich, dass feindlichen Übernahmen bzw. Übernahmeversuche allenfalls eine marginale Bedeutung zukam. Das sollte eigentlich keine Überraschung sein, denn im Japan der Nachkriegszeit haben diese im Rahmen der Corporate Governance noch nie eine wesentliche Rolle gespielt.

Die Schlussfolgerungen, die sich aus diesem Beitrag ergeben, legen eine Zurückhaltung bei dem Versuch nahe, die Corporate Governance in Japan unter der Annahme einer zwangsläufigen Konvergenz mit dem US-amerikanischen Modell zu interpretieren. Die daraus abzuleitende Skepsis mag für andere Staaten hilfreich sein, die mit Blick auf die japanischen Erfahrungen versuchen, die Folgen der aktuellen Finanzkrise zu bewältigen.

(Dt. Übers. durch d. Red.)


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