Sustaining Old Age Security in Japan: Toward a New Public-Private Pension Mix

Harald Conrad

Empfohlene Zitierweise: H. Conrad, Sustaining Old Age Security in Japan: Toward a New Public-Private Pension Mix, in: ZJapanR / J.Japan.L. 15 (2003) 199–230.

Abstract


Der Beitrag untersucht einige zentrale ökonomische Wirkungen jüngster japanischer Reformen der öffentlichen und betrieblichen Alterssicherung. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen dabei die Auswirkungen der Reformen auf die finanzielle Stabilität der öffentlichen Rentenfinanzen, die inter- und intragenerative Umverteilung, die Minimaleinkommenssicherung sowie den öffentlich-privaten Rentenmix.

Angesichts einer rapide voranschreitenden Bevölkerungsalterung stehen die sozialen Sicherungssysteme in Japan vor einem erheblichen Anpassungsdruck. Dies gilt besonders für das öffentliche Rentensystem, das wie in vielen anderen Ländern weitgehend umlagefinanziert ist – eine abnehmende Zahl von Beitragszahlern muß eine immer größer werdende Zahl von Rentenempfängern finanzieren. Die von der Regierung verfolgte Reformpolitik zielt darauf ab, die vorgenommen Leistungseinschränkungen bei der öffentlichen Rentenversicherung durch einen Ausbau der betrieblichen Alterssicherung zu kompensieren.

Die Analyse zeigt, daß sich die letzte Rentenreform sehr vorteilhaft auf die öffentlichen Rentenfinanzen auswirkt hat. Andererseits wurden bestehende Probleme im Bereich der Verteilungswirkungen und der Minimaleinkommenssicherung nicht angegangen bzw. verstärkt. Obwohl die Ausgestaltungsoptionen der betrieblichen Alterssicherung erheblich erweitert wurden, ist angesichts der aktuellen Finanzierungsprobleme der Betriebsrenten, der bisherigen Verbreitung dieser Systeme und der unzureichenden steuerlichen Rahmenbedingungen davon auszugehen, daß die Leistungskürzungen der öffentlichen Alterssicherung ohne weitere Reformen nicht kompensiert werden können. Es steht vielmehr zu erwarten, daß die Alterseinkommensverteilung in den kommenden Jahren sehr viel ungleicher ausfallen wird als heute. Um längerfristig Probleme bei den unteren Einkommensschichten zu verhindern, sind weitergehende Reformen des Grundrenten- und Sozialhilfesystems notwendig, die die „Privatisierung“ der Alterssicherung sozialverträglich begleiten.


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