Found in Translation: The “Transparency of Japanese Law Project” in Context

Carol Lawson

Empfohlene Zitierweise: C. Lawson, Found in Translation: The “Transparency of Japanese Law Project” in Context, in: ZJapanR / J.Japan.L. 24 (2007) 187–199.

Abstract


Qualitativ  hochwertige  Übersetzungen  japanischer  Rechtsquellen  waren  lange  Zeit  Mangelware. Man stelle sich zum Vergleich eine Stadt mit breiten, gepflegten Straßen  und  stolzen  Bauwerken  vor.  Es  gibt  in  ihr  zwar  durchaus  auch  dunkle  Ecken  und  zwielichtige Viertel; sie hat jedoch vielen Stürmen standgehalten und sich als weltoffen  und  gegenüber  den  Veränderungen  im  Zeitenwechsel  als  anpassungsfähig  erwiesen.  Leider  ist  sie  in  der  Welt  –  und  das  ist  ihr  wunder Punkt  –  weithin  unbekannt  und  mythenumrankt; es heißt, daß ihre Gemäuer vom Verfall bedroht seien, daß in ihr die  Willkür herrsche, daß sie gar völlig unbewohnt sei  … dies ist die verlorene Stadt des  japanischen Rechts.

Der Mangel an Übersetzungen der Quellen einer Rechtsordnung hat weitreichende  Folgen.  Aus  Unkenntnis  entsteht  schnell  Verachtung; fehlende  Übersetzungen  implizieren, daß es auch nichts gibt, was einer Übersetzung wert ist. Und die vorhandenen  schlechten  Übersetzungen  bestätigen  den  schlimmsten Verdacht  des  ausländischen  Beobachters: das „andere“ Rechtssystem erscheint ihm tatsächlich irrelevant, die japanische  Gesellschaft  ist  eben  doch  eine  „ohne  Rechtsbewußtsein“,  in  der  das  Recht  nichts  zählt.  Diese  Reaktionen  dienen  indes  weder  den  japanischen,  noch  den  regionalen oder den globalen Interessen an einer Teilhabe an juristischen Informationen.

Der Beitrag stellt die ersten Erfolge des „Transparency of Japanese Law Project“ aus  der Sicht einer Übersetzerin vor. Das Projekt wurdeim Jahr 2004 für das „Grants-inAid for Scientific Research“-Programm im Rahmen der Initiative „Japanese Ministry of  Education,  Sports,  Science  and  Technology  (MEXT)  Specific  Field  Research“  ausgewählt.  Die  Mitarbeiter  des Transparency  Project  haben  es  sich  zur  Aufgabe  gemacht,  einen Korpus von verläßlichen englischen Übersetzungen japanischer Rechtsquellen zu  erarbeiten, die im internationalen Kontext von Bedeutung sind, um das japanische Recht  auf diese Weise Interessierten auf der ganzen Welt  zugänglich zu machen, deren Reaktionen ihrerseits wiederum die rechtliche Entwicklung in Japan fördern. Die Verfasserin  beleuchtet die zunächst schier unüberwindbar erscheinenden Hindernisse, die sich dem  Aufbau eines solchen Korpus an Übersetzungen entgegenstellten, und die Faktoren, die  letztlich doch zu ihrer Überwindung führten, und betrachtet sodann die Charakteristika,  die  den  Erfolg  des  Projekts  ermöglicht  haben.  Abschließend  formuliert  der  Beitrag  strategische  und finanzielle  Prioritäten,  die  einen dauerhaften  Erfolg  dieser  wie  auch  ähnlicher Bemühungen gewährleisten könnten.

(Dt. Übers. durch die Red.)


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