Secondhand Japan: Used Goods Regulation 1645 – Present (Part 1)

Frank G. Bennett

Empfohlene Zitierweise: F. G. Bennett, Secondhand Japan: Used Goods Regulation 1645 – Present (Part 1), in: ZJapanR / J.Japan.L. 21 (2006) 37–53.

Abstract


Die Regulierung des Handels mit gebrauchten Waren zur Verhinderung von Hehlerei und Diebstahl hat eine lange Tradition in Japan. In der heutigen Zeit des Handels über das Internet hat diese an Bedeutung verloren, sie spielte jedoch eine große Rolle bei der Aufrechterhaltung der Stabilität der Eigentumsordnung und zwar nicht nur in der Tokugawa-Zeit, sondern auch im 19. und am Beginn des 20. Jahrhunderts beim Übergang zu einem westlichen Rechtssystem. Der vorliegende Artikel untersucht historische Dokumente zur Regulierung des Handels mit Gebrauchtwaren als Beispiel dafür, wie eine Nation auf rapiden wirtschaftlichen und rechtlichen Wandel reagierte.

Die Lizenzierung und Regulierung des Handels mit Gebrauchtwaren wurde ausdrücklich mit der Verhinderung von Diebstählen in Zusammenhang gebracht, hat aber immer auch anderen Zwecken gedient. Die Zünfte bildeten das Herz des Wirtschaftssystems der Zeit vor der Meiji-Restauration, unter anderem mit den von ihnen aufgestellten Verhaltensregeln und Streitbeilegungsmechanismen. In der Tokugawa-Zeit bildete Osaka nicht nur den wirtschaftliche Mittelpunkt Japans, sondern war auch das Zentrum der Zunft-Tätigkeiten. Die Zünfte der Gebrauchtwarenhändler und der Pfandleiher waren die ersten Zünfte, die sich in Osaka bildeten, und dienten als Beispiel für Regelungen bei der Entstehung eines auf dem Zunftsystem aufbauenden Handelsrechts in den folgenden 200 Jahren.

Der vorliegende Artikel zeichnet die parallele Entstehung eines organisierten Gebrauchtwarenhandels und von Mechanismen zur Kontrolle von Diebstählen nach. Dabei wird auch auf die frühe und vollständige Abschaffung der Zünfte zehn Jahre vor der erzwungenen Öffnung Japans eingegangen, die erhebliche Auswirkungen in der folgenden Übergangsperiode hatte, was jedoch bislang von westlichen Autoren kaum gewürdigt wurde. Dokumente aus den ersten Jahren der Meiji-Regierung zeigen eine Wiedereinführung der auf dem Zunftsystem aufbauenden Regelungen teilweise im Bereich des Handelsrechts, aber auch (wie etwa beim Gebrauchtwarenhandel) als Verordnungen und im Bereich des Strafrechts. Die plötzlich vergrößerte Bewegungsfreiheit während der Meiji-Restauration führte zu einem rapiden Anstieg von Diebstählen. Frühe Statistiken und rechtliche Aufzeichnungen zeigen, daß die gut eingeführten Regulationsmechanismen der vorangehenden Ära herangezogen wurden, um dieser Entwicklung entgegenzutreten.

(Übersetzung durch die Red.)


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